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Mittwoch, 17. Oktober 2012

systemd - Ein erster Versuch

systemd ist nun quasi Standard in Arch Linux, der Distribution meiner Wahl. Zeit, darauf umzustellen, dachte ich mir dann letzte Woche.

Normalerweise teste ich "so neues Zeug" gerne möglichst früh, habe das bei systemd aber aus zwei Gründen hinausgeschoben:

1) Mein Laptop ist mein Produktivsystem. Ohne funktionierendes System bin ich ziemlich aufgeschmissen, gerade, was das Studium angeht.

2) Ich gehöre mit zu den Nutzern, die die Umstellung auf pulseaudio unter Ubuntu Hardy "hautnah" miterlebt haben (Bis Gnome endlich OHNE pulseaudio lief hatte ich mich fast schon an die absolute Stille gewöhnt). Der Name "Lennart Poettering" war mir also noch in etwas negativer Erinnerung (was nichts über seine Person aussagt, ich kenne ihn nicht, erlaube mir deshalb anders als einige andere auch kein Urteil).

Ich wollte einfach sicher gehen, dass ich nicht das gleiche Debakel wie bei pulseaudio erlebe. Gerade so "neuartige" (was die umgesetzten Ideen und Konzepte angeht) Software bringt ja zu Beginn gerne einen Haufen Probleme beim Zusammenspiel mit dem restlichen Programmen. Nach und nach integriert sich solche Software ja aber auch (wie bei pulseaudio) bzw. die Umgebung passt sich daran an.

Ich bin also nach der Anleitung im Wiki von archlinux.org vorgegangen, Schritt für Schritt. Meine Konfigurationsdateien habe ich geändert, sprich den Hostnamen in /etc/hostname eingetragen, Konsolenschriftart usw. in /etc/vconsole.conf gesetzt, Lokalisierung und Zeitzone eingestellt und die zum Starten (nicht zwingend) notwendigen Kernelmodule in Dateien unter /etc/modules-load.d/ eingetragen.

Zu den tmpfiles gehört auch noch eine andere Geschichte ...

Dann systemd installiert und init=/bin/systemd an die Kernelparameter angehängt.

Neugestartet...

... und eine mit lauter grünen "OK"s gespickte Bootausgabe gesehen, aber kein getty / Login.

Ok, STRG + ALT + ENTF löste glücklicherweise einen Reboot aus, also habe ich im Bootloader die Kernel cmdline geändert und mit dem "alten" Init gebootet. Einige systemctl enable später folgte dann Versuch 2, mit selbigen Ergebnis. Mit einer gewissen Frustration habe ich dann den Laptop erstmal in Ruhe gelassen, fand dann aber bei meiner Rückkehr einen fertig gebootetes System samt Login wieder.

Ein systemd-analyse plot ergab dann Folgendes:
(In voller Größe, ca 1,2 MB)

Mehr als 100 Sekunden, um meinen Laptop zu starten? o.O
Irgendwas läuft da doch gewaltig schief, mit dem alten Init ging es immerhin in rund 14 Sekunden bis zum getty ...

Es schien / scheint auch irgendwie mit dem Networkmanager zusammenzuhängen, also habe ich wieder versucht weitere Services zu aktivieren.

Mit dem Resultat, dass bei einem Neustart das System eingefroren ist. Angezeigt wurde mir wieder die mit lauter "OK"s gespickte Konsole, das System reagierte aber weder auf irgendwelche Tastenkombinationen (MagicSysRq hatte ich deaktiviert ...) noch auf andere Ereignisse (Laptop-Deckel schließen, Hardwareschalter für Drahtlos-Verbindungen etc)

Da mir kein Weg eingefallen ist, das zu lösen, ist das System nun immernoch in diesem Zustand. Starten kann man es glücklicherweise ja noch ohne systemd.

Das heißt aber nicht, dass ich jetzt ohne systemd arbeite, eine Neuinstallation von Arch Linux mit systemd funktioniert jetzt ohne größere Probleme zu machen.

Das alte System habe ich aber noch auf einen USB Stick kopiert, vielleicht finde ich noch die Lösung...

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